Geschichte am Kamin
Dieses Veranstaltungsformat des OGV umfasst ganz unterschiedliche Veranstaltungsangebote (Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Führungen, Filmvorführungen, ...), welche in der Regel am ersten Mittwoch eines Monats um 18: 30 Uhr -vor der Pandemie- im Kaminzimmer in der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte- stattfinden (früher "Leverkusener Kamingespräche").
Seit Beginn der Pandemie finden die Veranstaltungen bis auf weiteres im Agam- oder Vortragssaal des Forum Leverkusen statt.
Alle Vortrags- und weitere als hybrid oder virtuell gekennzeichnete Veranstaltungen können auch im virtuellen Veranstaltungsraum besucht werden.
Für alle Veranstaltungen ist eine vorherige Online-Anmeldung notwendig. Vielen Dank.
4. November 2026: Vortrag "80 Jahre Nordrhein-Westfalen"
Referent: Dr. Guido Hitze
In Bezug auf die Gründungsphase Nordrhein-Westfalens schien deren Geschichte lange Zeit so gut wie auserzählt. Nordrhein-Westfalen war, so der wissenschaftliche Konsens, eines der 1946 oder später entstandenen typischen „Bindestrich-Länder“, ein Produkt der unmittelbaren Nachkriegszeit, ohne eigene Vorgeschichte und Traditionen, ein von der britischen Besatzungsmacht aus vor allem außenpolitischen und ökonomischen Motiven geradezu willkürlich zusammengesetztes Konglomerat aus den nördlichen Resten der alten Rheinprovinz und der ehemaligen preußischen Provinz Westfalen, 1947 ergänzt durch das vormals selbständige Land Lippe-Detmold. Der Gründungsakt vom August 1946, die „Operation Marriage“, wurde zum Sinnbild einer administrativen Maßnahme der Briten, die Rheinländern und Westfalen verkündet wurde, ohne sie zu fragen, und die beide schließlich gegen ihren Willen in einem neuen, gemeinsamen Land zwangsvereinte. Jüngste Forschungsergebnisse lassen an diesem Mythos begründete Zweifel aufkommen.
Berücksichtigt man die vielfältigen Pläne und Vorstellungen aus der Zeit der intensiven Reichsreformdebatte der Weimarer Republik und die Initiativen der Ruhrindustrie zur Schaffung einer Wirtschaftsprovinz „Rheinland-Westfalen“ ohne den südlichen Teil der damaligen Rheinprovinz unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, erscheint es zumindest nicht vermessen, die vorgeblich so „künstlich“ und von außen aufgezwungene Existenz Nordrhein-Westfalens als eine verspätete Realisierung im Wesentlichen älterer deutscher Ideen und Konzepte neu zu deuten.
Mittwoch, 4. November 2026, 18:30 Uhr
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte (in der Reihe Geschichte am Kamin)
in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen
in Jülich:
Mittwoch, 25. Februar 2026, 19:30 Uhr (in der Reihe Mittwochsclub)
Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich
2. Dezember 2026: Vortrag "Konrad Adenauer. Leben in Zeiten des Umbruchs"
Referent: Dr. Holger Löttel
Als Konrad Adenauer im September 1949 mit 73 Jahren zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde, hatte er der zwei Weltkriege, den Untergang einer Monarchie, das Scheitern einer parlamentarischen Republik und die Herrschaft einer totalitären Diktatur erlebte. Vor dem Hintergrund dieser fundamentalen Unsicherheitserfahrung konnte er sich nicht sicher sein, ob die westdeutsche Nachkriegsdemokratie länger Bestand haben würde. Sein Ziel war es daher, sie möglichst rasch und unumkehrbar zu stabilisieren. In seinem Vortrag zeichnet Holger Löttel von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ein Leben in Zeiten des Umbruchs nach, das in historisch-politischer Hinsicht aktueller erscheint als jemals zuvor.
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 18:30 Uhr
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte (in der Reihe Geschichte am Kamin)
in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen
in Jülich:
Mittwoch, 25. November 2026, 19:30 Uhr (in der Reihe Mittwochsclub)
Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich
