30. September 2026: Vortrag 'Licht und Schatten – Die Italienreise Johann Wilhelm Schirmers im Spiegel des Briefwechsels mit dem Kunsthistoriker Karl Schnaase'

Der aus Jülich stammende Landschaftsmaler Johann Wilhelm Schirmer unternahm 1839/40 eine Reise nach Italien. Sie diente ihm dazu, sich mit den Werken bedeutender Landschaftsmaler des Barocks auseinanderzusetzen und zugleich die italienische Landschaft mit ihrem ganz eigenen Gepräge zu studieren. Aus Aufzeichnungen und Briefen wissen wir, dass Schirmer diese Reise in mehrfacher Hinsicht als große Herausforderung erlebt hat. Neben den Strapazen der Reise, zeichnet er ein recht düsteres Bild vom Charakter der Italiener. Einen besonders regen Austausch pflegte Schirmer mit dem Düsseldorfer Juristen Karl Schnaase, der sich auch als Kunsthistoriker betätigte. Er übernahm aus der Ferne per Brief die Aufgabe eines Art Cicerone für den jungen Schirmer. Der Vortrag gibt tiefe Einblicke in die Korrespondenz, die erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurde.

Referent: Prof. Dr. Hendrik Karge

Mittwoch, 30. September 2026, 19:30 Uhr (in der Reihe Mittwochsclub)
Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich


28. Oktober 2026: Vortrag 'Freiheit und Gesellschaft in der Weimarer Republik'

Die November-Revolution 1918 und die daraus entstandene Weimarer Republik führten allgemein zu einer großen Zunahme persönlicher und gesellschaftlicher Freiheiten. Erwähnt seien nur die bereits in der Weimarer Verfassung erstmals verankerte Gleichberechtigung der Frau, die durch die Abschaffung der Zensur in allen Bereichen blühende Weimarer Kultur, letztlich die Freiheit von Angst, sein Leben als Soldat zu verlieren. Allerdings waren viele Freiheiten wie etwa diejenigen sexueller Minderheiten auf die Metropolen beschränkt und erreichten die deutsche Provinz nicht. Der durch Serien wie „Babylon Berlin“ sehr einseitig ausgerichtete Fokus auf diese Thematik galt nicht für ganz Deutschland. Was die Weimarer Republik dauerhaft nicht leisten konnte, war die Freiheit von sozialer Not und Verelendung durch die im Winter 1929/30 einsetzende Massenarbeitslosigkeit. Dieses Defizit brachte Hitler an die Macht, woraus man die These ableiten kann, dass soziale Fragen für die Gesamtheit einer Bevölkerung stets größeres Gewicht besitzen als kulturelle Fragen.

Referent: Prof. Dr. Bernd Braun

28. Oktober 2026, 19:30 Uhr (in der Reihe Mittwochsclub)
Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich


25. November 2026: Vortrag 'Konrad Adenauer. Leben in Zeiten des Umbruchs'

Als Konrad Adenauer im September 1949 mit 73 Jahren zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde, hatte er der zwei Weltkriege, den Untergang einer Monarchie, das Scheitern einer parlamentarischen Republik und die Herrschaft einer totalitären Diktatur erlebte.

Vor dem Hintergrund dieser fundamentalen Unsicherheitserfahrung konnte er sich nicht sicher sein, ob die westdeutsche Nachkriegsdemokratie länger Bestand haben würde. Sein Ziel war es daher, sie möglichst rasch und unumkehrbar zu stabilisieren.

In seinem Vortrag zeichnet Holger Löttel von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ein Leben in Zeiten des Umbruchs nach, das in historischpolitischer Hinsicht aktueller erscheint als jemals zuvor.

Referent: Dr. Holger Löttel

Mittwoch, 25. November 2026, 19:30 Uhr
(in der Reihe Mittwochsclub als online-Veranstatung)